- Gesundheitszustand von Kindern in München: Soziale und räumliche Unterschiede. - Health Service Management - LMU Munich
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Gesundheitszustand von Kindern in München: Soziale und räumliche Unterschiede.

Authors/Editors: Mielck, A
Koller, D.
Publication Date: 2010
Type of Publication: Articles in Non-Refereed Journals and Books
erschienen in: Gesundheitsberichterstattung der Landeshauptstadt München
Weitere Quellenangabe: München

Zusammenfassung

Einführung

Es ist in Deutschland schon wiederholt gezeigt worden, dass die Kinder aus den unteren Statusgruppen besonders großen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind. Um den Interventionsbedarf auf Ebene einzelner Kommunen zu belegen, ist jetzt die Analyse von Daten auf kommunaler Ebene erforderlich.

Methode

Ausgewertet wurden zwei Datensätze: (a) Daten der Schuleingangsuntersuchung aus den Schuljahren 2004/05 und 2005/06 (n=19.724). Gefragt wird auch nach der Muttersprache der Eltern. Die Schulsprengel lassen sich nach Statusindikatoren einteilen (z.B. durchschnittliches Bildungsniveau). (b) Daten aus der Befragung von Schulanfänger-Eltern im Rahmen der bayerischen Gesundheits-Monitoring-Einheiten (GME). Hier lagen Daten aus den ersten beiden GME-Surveys vor (2004/2005, 2005/2006; n=2.426), mit einer Reihe von Variablen zum sozialen Status (z.B. Einkommens-Armut, Bildung der Eltern).

Ergebnisse

Die Teilnahme an den Untersuchungen U1 bis U9 ist in der Gruppe ‘beide Eltern andere Muttersprache als Deutsch’ deutlich niedriger als in der Gruppe ‘beide Eltern Deutsch als Muttersprache’. Die Teilnahme ist in den Sprengeln besonders niedrig, die ein niedriges Bildungsniveau oder einen hohen Migranten-Anteil aufweisen. Bei Kindern mit Problemen bei Laut-, Wort- oder Satzbildung wurde festgestellt: Relativ wenige Kinder haben schon einmal eine logopädische Behandlung erhalten, besonders wenige in der Gruppe ‘beide Eltern andere Muttersprache als Deutsch’. Knapp 10% der Familien gehören zur Gruppe ‘einkommens-arm’. Ungefähr 30% der Mädchen und Jungen verbringen täglich mehr als eine Stunde vor Fernseher oder Computer. Diese Prävalenz ist z.B. besonders hoch bei den folgenden Gruppen: niedriger Schulabschluss der Eltern, niedriges Einkommen, Migrationshintergrund, nicht-erwerbstätige Mutter, Arbeitslosigkeit der Eltern. Die Prävalenz des Merkmals ‘psychische Auffälligkeit’ ist besonders hoch bei den folgenden Gruppen: niedriger Schulabschluss der Eltern, allein erziehende Mutter oder Vater.

Diskussion

Die in bundesweiten Studien belegten Zusammenhänge zeigen sich auch in München. Es sollte also auch hier überlegt werden, durch welche Interventionsmaßnahmen die gesundheitlichen Belastungen verringert werden können, auch und vor allem bei den Kindern aus den unteren Statusgruppen.

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