- Unterversorgung im ländlichen Raum – Wahrnehmung der Versicherten und ihre Präferenzen für innovative Versorgungsmodelle - Health Service Management - LMU Munich
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Unterversorgung im ländlichen Raum – Wahrnehmung der Versicherten und ihre Präferenzen für innovative Versorgungsmodelle

Authors/Editors: Schang, L.
Schüttig, W.
Sundmacher, L.
Publication Date: 2016
Type of Publication: Articles in Non-Refereed Journals and Books
erschienen in: Gesundheitsmonitor 2016: Bürgerorientierung im Gesundheitswesen (pp. 58-85). Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung und der BARMER GEK. (Hrsg. Jan Böcken, Bernard Braun, Rüdiger Meierjürgen)

Angesichts einer als »Ärzteschwemme« empfundenen Entwicklung in Deutschland führte der Gesetzgeber 1977 die Bedarfsplanung ein, die mit dem Gesundheitsstrukturgesetz von 1992 mit regionalen Zulassungsgrenzen versehen wurde (Ozegowski und Sundmacher 2013). Die Bedarfsplanung für den ambulanten Sektor zielte somit in erster Linie auf eine Begrenzung der Vertragsärztezahl. Zwischen 1970 und 1984 war die Zahl der ambulanten Vertragsärzte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um mehr als 30 Prozent (Deutscher Bundestag 1992) gestiegen.

Konzipiert als pragmatische Antwort auf Probleme der 1970er und 1980er-Jahre, wird die heutige Form der Bedarfsplanung zunehmend als zu starr, ungenau und nicht mehr zeitgemäß von Wissenschaft, Selbstverwaltung und Politik kritisiert (Ozegowski und Sundmacher 2013, 2014). Obwohl Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin eine hohe Arztdichte aufweist (OECD 2015), stehen der Ärztemangel auf dem Land, die ungleiche regionale Verteilung der Vertragsärzte und Wartezeiten auf Termine in der öffentlichen Diskussion.

Ende 2011 stellte der Bundestag daher mit dem Versorgungsstrukturgesetz (VStG) Weichen, »damit unser Gesundheitswesen auch in Zukunft allen Menschen eine hochwertige, bedarfsgerechte, wohnortnahe medizinische Versorgung gewährleisten kann« (Deutscher Bundestag 2011: 1 f.). Die Reform der Bedarfsplanung durch das VStG und anschließend durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zielte auf mehr regionale Flexibilität für innovative Modelle zur Überwindung des Ärztemangels und auf eine bessere Abbildung des Versorgungsbedarfs. Doch wie bewerten Versicherte die Problematik der Unterversorgung und die entwickelten Reformansätze? Ziel dieses Beitrags ist es, die Präferenzen von Bewohnern ländlicher Räume hinsichtlich einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung systematisch zu untersuchen und daraus Informationen für die Reform der Bedarfsplanung zu gewinnen.

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