- Zurückgelegte Wegzeiten in der ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland - Health Service Management - LMU Munich
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Zurückgelegte Wegzeiten in der ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland

Authors/Editors: Schang, L.
Sundmacher, L.
Publication Date: 2017
Type of Publication: Articles in Refereed Journals (National)
ISBN/ISSN: 1436-9990
erschienen in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
Weitere Quellenangabe: Volume 60(12), Pages 1383 - 1392
Zusatzinformation: https://doi.org/10.1007/s00103-017-2643-5

Zusammenfassung

Hintergrund

Die von Patienten zur Arztpraxis zurückgelegten Wegzeiten stellen einen wichtigen Indikator des realisierten Zugangs zu einer wohnortnahen Versorgung dar. Erkenntnisse zu zurückgelegten Wegzeiten liegen für Deutschland derzeit nur aus Befragungen oder für einzelne Regionen vor.

Ziele der Arbeit

Die Arbeit untersucht erstmals bundesweit und arztgruppenspezifisch zurückgelegte Wegzeiten im ambulanten Sektor in Deutschland und beschreibt demographische, angebotsbedingte und räumliche Variationen.

Material und Methoden

Auf Basis einer Vollerhebung der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2009/10 für 14 Arztgruppen (ca.518 Mio. Abrechnungsfälle) wurden fallbezogene Wegzeiten zwischen Patientenwohnort und Praxisstandort auf Basis des Verkehrsmittels PKW ermittelt.

Ergebnisse

Vertragsärzte wurden in 90,8% der Fälle (bei Hausärzten) bis 63% der Fälle (bei Radiologen) in unter 30 Minuten erreicht. Patienten im Alter von 18 bis unter 30 Jahre fahren arztgruppenübergreifend länger zum Arzt als andere Altersgruppen. Wegzeiten auf Kreisebene unterscheiden sich systematisch zwischen städtischen und ländlichen Planungsräumen. Bei Frauenärzten, Hautärzten und Augenärzten sinkt die Wegzeit mit steigender Arztdichte, bleibt ab einem Wendepunkt jedoch annähernd konstant. Zwischen Hausarztdichte und Wegzeit besteht kein Zusammenhang auf Kreisebene. Räumliche Analysen zeigen arztgruppenspezifische Muster regionaler Konzentrationen mit erhöhten Anteilen an Fällen mit sehr langen Wegzeiten.

Diskussion

Zurückgelegte Wegzeiten stellen ein komplexes Aggregat nachfrage- und angebotsseitiger Einflussfaktoren dar. Zukünftige Studien sollten Interaktionen zwischen den Einflussfaktoren vertieft analysieren um zu überprüfen, inwieweit zurückgelegte Wegzeiten Ausdruck einer regionalen Unter- bzw. Überversorgung oder Ausdruck von Patientenpräferenzen sind.

 

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